Aktueller Mitgliederrundbrief

 

 

IFK- Mitgliederrundbrief 8/2018

 

Unsere Reisegruppe vor der Wewelsburg

Liebe Mitglieder!

Der 8. Rundbrief soll die Tradition fortführen, die Mitglieder des Internationalen Freundeskreises etwa ein halbes Jahr nach der jährlichen Mitgliederversammlung über die Aktivitäten des Vereins zu informieren. Auch dieses Mal möchte ich nur auf Aktivitäten und Veranstaltungen eingehen, die vom IFK initiiert oder an denen Mitglieder maßgeblich beteiligt waren. Der IFK hat auch an vielen weiteren Veranstaltungen der Gedenkstätte mitgewirkt, über die die Website der Gedenkstätte Auskunft gibt.

  1. Aktivitäten 2018

Vorstandssitzungen

Am 13. April und am 10. Juli fanden Vorstandssitzungen statt.

Lesung 27. Januar

Zum fünften Mal fand anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus in Ravensbrück eine Lesung statt. Freundinnen und Freunde der Gedenkstätte, unter ihnen einige IFK-Mitglieder, lasen Erinnerungstexte zum Thema „»Jüdische Häftlinge im Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück«“.

Internetauftritt

Unsere Webseite ist unter der Adresse  www.ifk-ravensbrueck.de freigeschaltet. Ein Link auf der Seite der Gedenkstätte Ravensbrück führt jetzt auch auf diese Seite. Hier möchte ich Dagmar Reese ganz herzlich für ihren Einsatz danken. Dagmar hat sich in die Erstellung von Websites eingearbeitet und betreut nun auch die Aktualisierungen.

Studienreise

Neun Teilnehmer/innen machten sich am 27. Juli mit der Bahn von Berlin nach Bielefeld für unsere diesjährige Studienfahrt auf. Dort trafen wir Renate und Reinhard Bienek und zwei befreundete Familien, die das Besuchsprogramm zum Gelände des ehemaligen „Lagers Staumühle“, der heutigen der Justizvollzugsanstalt Hövelhof, zur Dokumentationsstätte Stalag 326 (VI K) Senne (Schloß Holte-Stukenbrock, NRW), zur Wewelsburg, zur ehemaligen Synagoge und zum jüdischen Friedhof Oerlinghausen sachkundig vorbereitet hatten.

Ein ausführlicher Reisebericht von Katja Baumgärtner und Peter Plieninger wird auf unserer Webseite www.ifk-ravensbrueck.de unter „Aktuelles“ dokumentiert, kann aber auch auf Wunsch per Post zugesandt werden.

14. Generationenforum

Vom 6. August bis zum 11. August fand das 14. Generationenforum der Dr. Hildegard Hansche Stiftung in der Mahn- und Gedenkstätte und in Berlin statt. Angereist waren aus Israel Batsheva Dagan und Emmie Arbel. Aus London kamen wieder Selma Van de Perre mit ihrer Begleitung Helen Schrama. Auch Judit Varga-Hoffman mit ihrer Enkelin Diana Gróo aus Budapest konnten in diesem Jahr dabei sein.

Während der vier Tage des Generationenforums setzten sich die jugendlichen TeilnehmerInnen eines internationalen Workcamps intensiv mit den Überlebenden auseinander und entwickelten zusammen mit Künstlern aus ihren Eindrücken eine Performance aus Tanz und einer Toncollage. Im Mittelpunkt dieser Performance stand das Gedicht „An die, die zögern zu fragen“ von Batsheva Dagan. Am Freitag, dem 12. August, fand nach einem Besuch der Ausstellung „Abstraktion„ von Gerhard Richter im Museum Barberini in Potsdam das gemeinsame Abendessen auf der Fischerinsel statt, das traditionell vom IFK finanziert wird. Vereinsmitglieder beteiligten sich an der Betreuung der eingeladenen Gäste.

Am Tisch v.l.n.r. Selma van de Perre, Matthias Heyl, Batsheva Dagan, Emmi Arbel und Judit Varga-Hoffman

Selma van de Perre

Emmi Arbel, Matthias Heyl, Judit Varga-Hoffmann

Batsheva Dagan(li.), Emmi Arbel(re.)

Constanze Jaiser mit Selma van de Perre und Helen Schrama

siemens@ravensbrück

Dieses Jahr trafen sich 17 Auszubildende der Siemens Werkberufsschule am 9. und 10. April für einen zweitägigen Arbeitseinsatz auf dem Siemensgelände. Fundamente der ehemaligen Werkhallen sollten partiell freigelegt und von der inzwischen üppigen Vegetation befreit werden. Danach wurden vorbereitete Texttafeln aus Metall mit Informationen und Ausschnitten aus Erlebnisberichten ehemaliger Zwangsarbeiterinnen aufgestellt. Vom 24. September bis zum 28. September wird das Projekt „Siemens@Ravensbrück“ mit Schülern der Siemens Werkberufsschule stattfinden. Dieses Jahr konnte mit Spendenmitteln der Beteiligungsgesellschaft der Gewerkschaften GmbH (BGAG) Irene Fainman-Krausz aus Südafrika eingeladen werden. Sie war als neunjähriges Mädchen mit ihrer Mutter im Siemenskommando. Als Abschluss der Veranstaltung ist eine Projektpräsentation und die Einweihung der Informationstafeln in Anwesenheit von Repräsentanten der Siemens AG vorgesehen.

Foto: P. Plieninger

Foto: P. Plieninger

  1. Geplante Aktivitäten 2018

Regelmäßige Treffen (Jour Fix)

Auf unserer letzten Vorstandssitzung wurde der Vorschlag gemacht, ein regelmäßiges Treffen von IFK- Mitgliedern und Interessierten in Berlin anzubieten. Angedacht ist ein Termin im zweimonatlichen Rhythmus mit Buch- und Projektvorstellungen, Filmen, oder der Diskussion von Themen zur Gedenkstättenarbeit. Dies funktioniert aber nur, wenn sich aus dem Kreis der Mitglieder oder aus dem näheren Umfeld des Vereins Aktive finden, die bereit sind diese Treffen vorzubereiten und zu gestalten. Deshalb wäre es hilfreich von Ihnen/Euch hierzu eine Rückmeldung zu bekommen.

Übersetzungsfonds

Die Gedenkstätte erhält zunehmend Nachlässe von ehemaligen Ravensbrücker Häftlingen. Diese Nachlässe sind oft in fremden Sprachen und viele konnten bisher noch nicht einmal gesichtet werden. Es gibt auch viele interessante und wichtige Artikel und Zeitzeugenberichte, die bisher nur Insidern bekannt sind, weil es keine Übersetzungen dieser Texte gibt.

Schon seit einiger Zeit haben wir einen Fonds aus zweckgebundenen Spenden oder aus Überschüssen solcher Spenden gebildet. Wir haben vor einigen Wochen in der Gedenkstätte und bei einigen Ravensbrück-Forscherinnen nach Vorschlägen angefragt. Es sind bisher 13 Anfragen eingegangen. Je nach Kosten und Dringlichkeit sollen Übersetzungsaufträge vergeben werden.

Benefizveranstaltung 2018

Angefragt für unsere diesjährige Benefizveranstaltung ist die Slowenische Botschaft. Genaue Informationen dazu gehen Ihnen/Euch mit einer gesonderten Einladung rechtzeitig zu.

Peter Plieninger

 

Impressum:

Internationaler Freundeskreis e.V. für die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

c/o Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten/ Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

Straße der Nationen D-16798 Fürstenberg/Havel

Vorsitzender: Dr. Peter Plieninger

E-mail: plieninger.ifk@ravensbrueck.de

 

Mittelbrandenburgische Sparkasse Potsdam

BLZ 160 500 00, Konto-Nr. 3753 0033 35

IBAN: DE63 1605 0000 3753 0033 35

SWIFT-BIC: WELADED1PMB

 

Büchertip:

September 2018, ISBN: 978-3-86331-417-0, 328 Seiten, € 24.00.

Inge Deutschkron: Auschwitz war nur ein Wort. Berichte über den Frankfurter Auschwitz-Prozess 1963–1965. Herausgegeben und aus dem Englischen übertragen von Beate Kosmala

Über den ersten Frankfurter Auschwitzprozess (1963–1965), der die Deutschen mit der Judenvernichtung konfrontierte und die deutsche Gesellschaft nachhaltig veränderte, berichtete auch die Journalistin Inge Deutschkron. Vielen wurde sie bekannt durch ihre Überlebensge- schichte als verfolgte Jüdin im Berliner Untergrund. Der Band, eine Hommage an Inge Deutschkron, versammelt einen Großteil ihrer täglichen Berichte aus Frankfurt nach Tel Aviv, die sie als Bonner Deutschlandkorres- pondentin der israelischen Zeitung Maariv verfasste, sowie einige Reportagen über den Auschwitz-Prozess. Sie stand vor der fast unlösbaren Aufgabe, das Grauen von Auschwitz und die Versuche, diesem Verbrechen mit juristischen Mitteln zu begegnen, ihren israelischen Lesern nahezubringen, unter denen viele Überlebende waren.

 

August 2018, ISBN: 978-3-86331-416-3, 531 Seiten, € 29.90.

Martin C. Winter: Gewalt und Erinnerung im ländlichen Raum. Die deutsche Bevölkerung und die Todesmärsche . Ausgezeichnet mit dem Stanislav-Zámecník-Preis des Comité International de Dachau

Die Todesmärsche aus den Konzentrationslagern kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs waren das letzte nationalsozialistische Gesellschaftsverbrechen. Martin Clemens Winter stellt die Rolle der deutschen Bevölkerung bei den Räumungstransporten in den Mittelpunkt seiner Studie, die sich auf zahlreiche neu erschlossene Quellen aus internationalen Archiven stützt. Dabei untersucht er nicht nur den ländlichen Raum, die maßgeblichen Akteure und typische Situationen während der Todesmärsche, sondern auch die Nachgeschichte dieser Massenverbrechen vor der Haustür: die juristische Ahndung durch alliierte und deutsche Behörden, die Suche nach den Opfern sowie Formen der Erinnerung in der DDR und in der Bundesrepublik.

Alle Veröffentlichungen im Metropol Verlag, Ansbacher Str. 70, D–10777 Berlin, www.metropol-verlag.de, Telefon: (030) 2 61 84 60.